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Forschung Arbeitsgruppe Professor Dr. Heinz Künzle

Evolution neuronaler Systeme von Säugetieren

Professor Dr. med. Heinz Künzle
Angelika Antonius
Amela Klaus
Caroline Günther
Bild Tenrec
Tenreks bilden eine in Madagaskar endemische Insektivoren-Familie. Sie sehen äußerlich dem europäischen Igel ähnlich, sind aber wesentlich kleiner (120-160g) und haben eine Kloake. Die untersuchten Tiere stammen alle aus eigener Zucht.
Forschung
Jedes Verhalten - vom einfachsten bis zum komplexesten - wird von neuronalen Aktivitäten bestimmt. Eine zentrale Frage der Neuroanatomie ist, ob und in welcher Weise diese Vielfalt in morphologischen Korrelaten des Gehirns wiederzufinden ist. Unsere system-orientierte neuroanatomische Forschung basiert auf einem vergleichend- phylogenetischen Ansatz. Schwerpunkt der Untersuchungen ist dabei das wenig differenzierte Gehirn des Tenrek (Echinops telfairi), einem basalen placentalen Säuger. Der Anteil des Neocortex an der Großhirnrinde ist bei diesem Tenrek im Vergleich zu den übrigen Säugetieren am geringsten. Der Vergleich von neuronalen Bahnen funktioneller Systeme beim Tenrek mit Befunden bei anderen Säugetieren gibt Hinweise, welche Verbindungen bei Säugern als fundamental zu betrachten sind. Unterschiedliche Verbindungen lassen sich entweder als Modifikation oder Neuerung interpretieren. Trends in der Evolution des Zentralnervensystems zu erkennen, ist eine Voraussetzung um experimentelle Daten begründet von einer Spezies auf andere (inkl. Mensch) übertragen zu können. Um das Tenrek-Gehirn möglichst umfassend charakterisieren und mit dem Gehirn anderer Säuger vergleichen zu können, ist es erforderlich, ein breites Spektrum an neurobiologischen Techniken anzuwenden.

Methoden
Klassische Cyto- und Faserarchitektur: Charakterisierung von Zell- und Fasertypen sowie deren Verteilung in bestimmten Hirngebieten. Enzym- und Immunhistochemie : Zur zusätzlichen Charakterisierung von Hirnregionen wie z.B. Darstellung monoaminerger und cholinerger Systeme.
Tract-Tracing (Nachweis neuronaler Verbindungen): Zur Aufklärung neuronaler Verbindungen werden verschiedene Markierungssubstanzen (Tracer) eingesetzt. Diese werden in bestimmte Hirnstrukturen injiziert, dort von den Nervenzellen aufgenommen und entlang der Nervenfasern transportiert. Mit speziellen Nachweisverfahren werden nur die den Tracer enthaltenden Neurone angefärbt.
Elektrophysiologie: Zur physiologischen Charakterisierung der Injektionsorte von Tracersubstanzen können elektrophysiologische Ableitungen oder Reizungen durchgeführt werden.
Digitale Bildanalyse: Rekonstruktion und Darstellung von Verbindungen zwischen bestimmten Gehirngebieten.

Lehre
Professor Dr. Heinz Künzle
Vorlesung Neuroanatomie
Hirnmorphologisches Seminar
Histologie-Praktikum

Publikationen
Care & Breeding
Cerebellar Cortex
Cortico-spinal-projections
Basal ganglia (Teil I)   (Teil II)
Claustrum
Entorhinal Cortex
Indusium Griseum
Trigemino-thalamic-projections

weitere Publikationen und Informationen zum Tenrek
   http://tenrec.xardas.lima-city.de
   http://www.biomedcentral.com/search/results.asp?db=pm&terms=Kunzle_H&field=AU


Tel: 089 - 5160 4867
Fax: 089 - 5160 4857

Professor Dr. Heinz Künzle

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